Der Geburtstagstrip 2008 verschlug mich also dieses Jahr erneut nach mainland china.
Wie gewohnt lief das ganze eher chaotisch ab, angefangen beim Visum. Gerüchtehalber berichtete man mir von 5-tages visas für Ausländer aus “first-class-countries”. Wie sich aber rausstellte gelten diese instantvisas nur für Shenzen, die erste chinesische Stadt nach der grenze hong kongs. Reintheoretisch könnte man trotzdem woanders hin fahren und einfach hoffen nicht kontrolliert zu werden, aber für den Anfang dann doch ein bisschen zuviel Risiko. Da wir aber erst um 22:00 Uhr die Grenze erreichten, gab es nur noch diese blöden 5-tages dinger. Sprich geburtstag dann mit Tom und zwei von seinen freunden in shenzen reingefeiert und meinen geburtstag in erster Linie mit dem erwerben eines richtigen Visums verbracht. Nich so schlimm an sich, wenn die Kopfschmerzen vom reiswein aus der Vornacht nicht wieder so dermassen eingeschlagen hätten.
Für das neue Visum musste ich dann unsinnigerweise einmal wieder über die grenze zurück nach Hong Kong latschen und dann wieder nach China rein mit dem neuen.Dann hat Tom über irgendwelche Ecken ne Karre klar gemacht. irgendwie über die Arbeitsstelle seiner Mutter und was weiß ich jedenfalls haben wir dann diesen Armeeoffizier mittleren rangs getroffen, der uns sein Auto mal eben für 4 tage geliehen hat. Das Auto war auch nich schlecht, nur hat die innenausstattung nicht so ganz zu ihm gepasst, die Fensterscheiben waren voll mit Aufklebern von den Powerpuffgirls und in der front thronte eine kleine Doraemon Statuette.

Wie auch immer, jedenfalls waren wir jetzt mega mobil unterwegs, wobei Tom mir eigentlich erst ganz am ende erzählt hat, dass er dem autobesitzer versprochen hatte das auto ausschliesslich in shenzen zu benutzen. Das dürfte im Nachhinein ziemlich unglaubwürdig gewesen sein, zum einen weil die Karre nach dem trip von aussen derbe siffig war und die 1000km mehr auf dem tachozähler zeugen auch nicht gerad von ein paar kurzen stadtrundfahrten.
War schon ein kleiner Kontrast wie er uns dann noch eben bis zu ihm nach Hause rumgefahren hatte, begleitet von Tai-Chi mässiger tibetischer Entspannungsmusik. Ich auch vorher brav meine kippe ausgemacht - im gegensatz zu den etlichen kippen, die wir dann später in der Karre gequalmt haben. Aber zu den abnutzungserscheinungen am auto später mehr.
Erstmal musste ich mal wieder feststellen wieviel angenehmer ich china empfinde…. das mischt sich im allgemeinen recht gerne mit meinem alltag in hong kong und dann hab ich häufig das gefühl ich hab kein bock mehr auf china. auf den ersten blick ist halt alles erstmal ziemlich ähnlich, ausser das china vielleicht nicht ganz so sauber ist…aber auf den zweiten blick merkt man dann schon, dass es mehr platz gibt, die leute freundlicher und aufgeschlossener (was mir aufgrund der sprachbarriere dann wiederum nicht ganz soviel bringt, aber immerhin)
aber jedenfalls ist in shenzen gleich unviel mehr platz und alles wesentlich weitflächiger angelegt als in hong kong, und das obwohl shenzen mit 12 mio mal fast die doppelte einwohnerzahl hat.

ausserdem ham die hier das bessere essen und die cooleren strassenstände

nur was die wolkenkratzer angeht ist noch alles beim alten

wir mussten auch nicht weit aus dem zentrum raus bis ich mit meiner komischen schädelform wieder allgemeine Aufmerksamkeit bei der gemeinen Bevölkerung bekam - is mir im gegensatz zu hong kong, wo kein schwein irgendjemand überhaupt anguckt doch noch wesentlich lieber

Die Provinz in der sich Shenzen befindet (guangdong - hab ich bestimmt wieder falsch geschrieben) und in der unser Ausflug ausschliesslich stattfand ist übrigens berühmt für ihr vielfältiges essen. Oder um tom zu zitieren: Hier wird alles gegessen. Damit ist es eigentlich auch die einzige Provinz in der man Katzen und Hunde isst. Abgesehen von einigen orten in der nähe zu Korea (wo Hund übrigens wesentlich häufiger auf der speisekarte steht, aber das land ist wohl zu klein, um dafür berühmt zu sein) Des weiteren stehn hier auch insekten auf der speisekarte….hab aber keine probiert und mich auf banalitäten wie “treasure of goose” (”irgendetwas” aus dem inneren einer gans) und ähnliches beschränkt. kuhmagen und Rinderzunge hab ich diesmal verschmäht.
nach einigen stunden verzweifelter versuche irgendne auffahrt zur autobahn zu finden waren wir dann endlich raus aus shenzen und um die einsicht weiser nächstes mal doch ein GPS für 10 cent pro tag auszuleihen.



tja und wo ne autobahn is, da is auch stau und natürlich nur auf unserer seite

das merkwürdige am stau bzw. dieser autobahn war eigentlich, dass wir auf kurzer strecke 4 Kreuzungen! mit ampeln hatten, die in erster linie verantwortlich für den stau waren. das wurde uns dann irgendwann zu blöd, so dass wir unser endziel ein wenig umdefiniert haben und vorerst rechts abgebogen sind…. nach wo wussten wir eigentlich nich wirklich….irgendwelche vororte von der Provinzhauptstadt Guangzhou waren das wohl….
da gabs einige gemütliche … äh… so ne art biergarten ähnlich angelegter restaurants..
anschliessend noch nen bisschen in der näheren gegend umher gegurkt und auf nen verdaungsspaziergang durch die saat getrampelt



ach ja, der trip war übrigens gesponsert von der chinesischen zigarettenmarke “lesser panda”

ihr würdet mir doch bescheid sagen, wenn dieser eintrag zu detailiert ist, oder….
jedenfalls haben wir uns des frühen morgens dann entschlossen irgendetwas hotelähnliches zu finden….direkt an der hauptstrasse gelegen war dann auch derartiges…. auf tom’s frage, ob noch nen zimmer frei wäre, gabs erstmal die nen “ja, was wollt ihr denn machen?” seitens des absteigen-managers.
Die Absteige war dann auch im wahrsten Sinne des Wortes nen ziemliches Loch, Dusche haben wir dann mal getrost ausfallen lassen, obwohl wir sie nach der nacht unter den schlaflumpen sicherlich gut gebrauchen hätten können….





am späten morgen gings dann weiter, wir hatten die stadt shantou als neues ziel auserkoren und es ging es mal übers land, im nächsten dorf ham wir dann auch mal zwischengestoppt, weil die komplette cd-sammlung im auto einfach mal so beschissen war, dass man lieber gar nichts gehört hat, als sich das anzutun.
Die Auswahl im dörflichen Supermarkt war auch nich berauschend, aber ne hörbare chinesische rap-cd konnte tom dann doch noch ausmachen und das war schon ne deutliche verbesserung. Und nebenbei war das dörfchen auch witzich…..den blicken zu urteilen war ich da für die meisten der erste foreigner in farbe und zum anfassen….









die paar stunden autofahrt nach shantou die dann folgten waren eher unspektakulär, da wir im dorf dann doch nich so sicher waren, was die restaurantqualität angeht, weil tom am vortag bereits rückwärts gefrühstückt hatte, sind wir dann zum dinieren an ne autobahnraststätte gefahrn….die sehn eigentlich gar nich soviel anders aus als in deutschland, nur das sowohl preis als auch leistung niedriger anzusetzen sind ….. das essen war extrem unterirdisch …. tom hat nach zwei stücken fleisch aufgegeben, weil es wie er meinte einfach zu krass stinkt. ich hab mich auf die kartoffelbeilage und sojasprossen konzentriert….

gegen späten nachmittag erreichten wir dann Shantou. Beim letzten Chinatrip hatte ich die Stadt wohl mal markiert, aber wohl nur weils aufn weg nach hong kong lag und ne küstenstadt ist. Denn selbst der lonely planet notiert unter Shantou, dass es da eigentlich nichts zu sehn gibt ausser nen round about….

so schlimm war’s dann aber doch nicht…. ich fands eigentlich sogar ziemlich interessant, zum einen weil es halt keine riesige stadt war und kaum hochäuser und dann gab es da noch unzählige kolonialbauten von den engländern, die am auseinanderfallen waren. Und nen berg auf den man raufklettern konnte gabs auch noch…. das war schon wesentlich mehr als ich von chinesichen städten normalerweise erwarten würde.
zudem war die stadt saubillich und fahrradrikschas und motorrad-taxen gehörn hier noch zum hauptverkehrsmittel.




preis leistungstechnisch hatten wir hier auch das beste hotel überhaupt…. das passte auch ganz gut den irgendwie war unser bewegungsdrang mit einbruch der nacht langsam gegen null gegangen, aber man kann ja auch spass mitm hotelzimmer haben




nächster morgen:



ja - ha, das glück liegt ja bekanntlich auf der strasse…. und zwar kamen wir am vorabend auf dem nach hause weg noch an einem kleinen restaurant vorbei …. eigentlich an unzähligen, aber dieses eine war dann doch eine kleine besonderheit, insbesondere wegen dem käfig mit drei halbwegs ausgewachsenen hunden, die ebenfalls im menü gelistet waren …. das war dann doch ein bisschen zuviel für mich …. auch wenn ich mich schon an so einige anblicke halbwegs gewöhnt habe, war das doch ziemlich traurig mit anzusehn, wie die drei viecher da in ihrem 2 quadratmeter käfig darauf warteten geschlachtet zu werden …. als tom dann ein wenig an den käfig ranging wurde auch deutlich, dass die drei nen ziemlich genauen plan davon hatten was ihnen bevorsteht…. so näher tom ranging so mehr haben die hunde vorgegeben ihn gar nich zu sehn…frei nach dem motto…. “nee ich bin uninteressant” …
in erster linie war es dann auch mehr tom, der den plan ins spiel gebracht hat, als er mir erzählte dass er schonmal 6 Katzen freigkauft hatte…. ich hätte nicht wirklich gedacht, dass das so einfach geht….aber nen versuch wars zumindest wert und so sind wir an diesem tag erneut zu dem restaurant gefahren, nachdem wir uns vorher noch 3 kurze seile als leine gekauft hatten.
ach ja und es gab noch einige probleme nen parkplatz in der nähe vom restaurants zu finden, wo wir nicht befürchten mussten, den wagen unter abgefallenen gebäuderesten herauszuparken ….. insgesamt dreimal haben wir die karre umgeparkt, weil wir immer wieder auffällig lose teile am gebäude entdeckten:


Am restaurant angekommen hat es dann einige gespräche gedauert, am ende waren dann die gesamte ladenbesetzung samt chef involviert und auch so einige schüler die gerad vorbeikamen und das alles auch ziemlich spannend fanden. Im endeffekt war das grösste problem die hunde anzuleinen und irgendwie in die karre zu bekommen …. lief dann mehr auf “ins auto schmeissen” hinaus.
wenn man die hunde nur angefasst hat ham die derart geschrien dass man irgendwie nicht mehr so recht wusste wie dass alles funktionieren soll. Zudem hat der Restaurantbesitzer uns noch gesteckt, dass zwei von den dreien Durchfall haben …. hervorragend, das Auto wird sich freuen. In sofern waren wir auch sehr bedacht nicht länger als nötig mit den hunden durch die gegend zu gurken, aber nen mindestabstand von 100 km sollte schon drin sein. Was mich dann überrascht hatte, war aber dass die fahrt größtenteils relativ unkompliziert ablief, abgesehen von ein paar kurzen Kämpfen zwischen den Hunden, bei denen sie dann auch schön die Unterlegfolie weggepult haben, um danach direkt an den sitzen zu lecken und zu kratzen….
da das alles anstrengend genug war, hab ich leider keine vernünftigen fotos von der ganzen aktion und der hund der unter meinem sitz fehlt gänzlich auf den bildern, weil ich da mit meiner kamera nicht hin kam….


nach 100 km sind wir dann auf nen dorf abgebogen und dann noch ein wenig weiter ins getreide …. da haben wir dann erstmal nen ausgedehnten spaziergang mit den dreien unternommen ….. was bei weitem nicht so einfach war wie es klingt, vor allem weil einer immer zwei hunde nehmen mussen …. dann gabs noch die reste von unserem essen des vorabends ….. ja und dann ham wir die leinen entfernt ….
zwei sind davon gedackelt….und ausgerechnet derjenige der am anfang am meisten rumgeschrien hat (siehe bild), saß vor uns und guckte uns erwartungsvoll an. Lies sich plötzlich auch ohne weiteres streicheln…. wovon wir dann aber schnell abgesehen haben, um die situation nicht noch komplizierter zu gestalten…. also auf ignoranz geschaltet zügig zum auto und vollgas davon ….
tja keine ahnung wie hoch die überlebenschance für die drei jungs aufm land nun eigentlich ist …. aber sie kann nur höher sein als im käfig vorm restaurant….
danach ging eigentlich alles wieder recht schnell…glatt durchgekommen, zurück in shenzen, gottseidank mussten wir die karre am ende nicht persönlich beim besitzer sondern bei irgend so nem anderen armeetypen einreichen … denn der fehlende teil vom seitenspiegel, der ganze siff aussen und der gestank von hund und rauch, hätten ihn wahrscheinlich nicht in begeisterung versetzt….und auch die 1000 km wären schwer zu erklären gewesen….

so also ende gut alles gut …. am letzten tag noch toms freundin vom flughafen abgeholt, einen kurzen besuch in der copymall und schnell noch die letzten beiden fotos auf der karte verknipst …knips

knips

knips